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Rohrbruch oder Kondenswasser? Der Unterschied im Detail

Kondenswasser entsteht an der Oberfläche kalter Bauteile und folgt dem Raumklima, eine Leckage speist Feuchte aus dem Inneren des Bauteils und folgt der Wassernutzung — der Unterschied lässt sich über Feuchteprofil, Jahreszeit und Oberflächentemperatur belegen.

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Wie unterscheide ich Rohrbruch und Kondenswasser?

Bei Kondensation ist die Oberfläche feucht und der Kern des Bauteils vergleichsweise trocken. Bei einer Leckage ist es umgekehrt.

Deshalb ist die Messung in der Tiefe des Bauteils der stärkste Einzelhinweis. Eine Sondenmessung im Bohrloch trennt beide Fälle zuverlässiger als jedes Oberflächengerät.

MerkmalKondenswasserLeckage aus der Installation
Jahreszeitmeist Heizperiode, im Keller auch im Sommerganzjährig unverändert
OrtAußenecken, Fensterlaibung, hinter Möbelnentlang der Leitungsführung, an Anschlüssen, im Bodenaufbau
Feuchteprofiloberflächlich, Kern trockenKern durchfeuchtet, Oberfläche folgt später
Oberflächentemperaturauffällig kalt gegenüber der Umgebungbei Warmwasser wärmer als die Umgebung
Wasserzähler über Nachtsteht stillbewegt sich bei Trinkwasserleckage
Reaktion auf Lüften und HeizenBesserung innerhalb weniger Tagekeine Besserung
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Ab welcher Oberflächentemperatur fällt Tauwasser aus?

Tauwasser fällt aus, sobald die Bauteiloberfläche die Taupunkttemperatur der Raumluft unterschreitet — bei 22 °C Raumluft mit 10 g Wasser je Kubikmeter, also 50 % relativer Feuchte, liegt dieser Taupunkt laut UBA-Schimmelleitfaden bei etwa 11 °C.

Kritisch wird es schon deutlich vor dem Taupunkt. Im selben Beispiel liegt an einer Wandoberfläche von 14,5 °C bereits eine relative Feuchte von 80 % vor, was Schimmelwachstum begünstigt.

Der Leitfaden zeigt dazu ein zweites, sehr anschauliches Beispiel: An einer unmöblierten Außenwand mit 15 °C Oberflächentemperatur treten 70 % Oberflächenfeuchte auf, hinter einem Schrank bei 11 °C bereits 89 % und in der Außenecke bei 6 °C fällt Tauwasser aus.

Aus diesem Grund gehört die Messung von Oberflächentemperatur und Raumluftfeuchte an den Anfang jeder Beurteilung, nicht ans Ende.

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Warum tritt Kondensation im Keller ausgerechnet im Sommer auf?

Im Keller tritt Kondensation vor allem im Sommer auf, weil warme, feuchte Außenluft in kühle Räume einströmt, dort abkühlt und ihre Feuchte an den kalten Wänden abgibt — der UBA-Schimmelleitfaden bezeichnet dies als Sommerkondensation.

Lüften verschlimmert das Problem in dieser Konstellation. Wer bei 28 °C Außentemperatur einen Kellerraum mit 15 °C Wandtemperatur lüftet, trägt Feuchte ein, statt sie auszutragen.

Im Winter ist es umgekehrt: Außenluft von −10 °C mit 80 % relativer Feuchte enthält nur rund 1,7 g Wasser je Kubikmeter und erreicht nach dem Erwärmen auf 20 °C lediglich 9 % relative Feuchte.

Praktisch heißt das: Kellerräume in den frühen Morgenstunden oder nachts lüften oder die Lüftung über einen Sensor für die absolute Feuchte steuern.

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Welche Messungen bringen die Entscheidung?

Die Entscheidung bringen drei Messungen: Oberflächentemperatur des Bauteils, relative Feuchte und Temperatur der Raumluft sowie die Materialfeuchte in der Tiefe des Bauteils, ermittelt über Sonde im Bohrloch oder an einer entnommenen Probe.

Ein Widerstandsmessgerät an der Oberfläche liefert für diese Frage keine belastbare Antwort. Es misst Leitfähigkeit, die auch von Salzen und Baustoffen abhängt.

Die Thermografie ergänzt das Bild, indem sie kalte Zonen und Wärmebrücken flächig sichtbar macht. Warmwasserleitungen zeichnen sich dabei als warme Linie ab.

Wir kombinieren die Verfahren, weil erst die Kombination eine Ursache belegt, statt sie zu vermuten.

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Was ändert sich an der Sanierung je nach Ursache?

Bei Kondenswasser zielt die Sanierung auf höhere Oberflächentemperaturen und geändertes Lüftungsverhalten, bei einer Leckage auf Ortung, Instandsetzung der Leitung und anschließende technische Trocknung des durchfeuchteten Bauteils.

Der UBA-Schimmelleitfaden empfiehlt bei zu hoher Oberflächenfeuchte durch unzureichenden Wärmeschutz zu prüfen, ob der Wärmeschutz verbessert werden kann, um die Oberflächentemperatur anzuheben.

Eine Trocknungsanlage in einem reinen Kondensationsfall behandelt das Symptom und läuft ohne Ergebnis. Umgekehrt bringt eine Dämmmaßnahme über einer aktiven Leckage nichts.

Deshalb steht die Ursachenklärung vor jeder Investition — technisch wie wirtschaftlich.

Häufige Fragen

Kann beides gleichzeitig vorliegen?
Ja, und das ist häufig. Eine Leckage hebt die Raumluftfeuchte an, wodurch an ohnehin kalten Stellen zusätzlich Tauwasser ausfällt. Die Leckage bleibt dann die primäre Ursache.
Hilft ein Hygrometer aus dem Handel bei der Unterscheidung?
Es hilft, reicht aber nicht. Es misst die Raumluft, nicht die Oberfläche. Entscheidend ist die Feuchte an der kältesten Bauteilstelle, und die liegt regelmäßig deutlich höher.
Warum ist die Wand nur im Winter nass?
Das spricht stark für Kondensation. Eine Leckage kennt keine Heizperiode und zeigt sich in Sommer wie Winter im gleichen Ausmaß.

Quellen

  1. [1]Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden (Fassung 2024)Umweltbundesamt
  2. [2]Aktueller UBA-SchimmelleitfadenUmweltbundesamt
  3. [3]Ursachenstatistik Leitungswasserschäden 2024Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. (IFS)

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