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Heizung verliert Druck: Leck oder Ausdehnungsgefäß?

Nein — Druckverlust in der Heizung hat drei Hauptursachen: entweichende Luft nach dem Befüllen, ein defektes oder falsch eingestelltes Membranausdehnungsgefäß und eine echte Leckage; nur die dritte Ursache führt zu einem Wasserschaden am Gebäude.

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Bedeutet Druckverlust in der Heizung immer ein Leck?

Die Unterscheidung gelingt über die Beobachtung. Luft entweicht einmalig nach dem Befüllen, ein defektes Ausdehnungsgefäß erzeugt starke Druckschwankungen zwischen kalter und warmer Anlage.

Eine Leckage erkennt man daran, dass der Druck dauerhaft und ohne erkennbaren Zusammenhang mit der Heiztemperatur sinkt.

Nach der IFS-Ursachenstatistik für 2015 bis 2024 entfallen 10 % der untersuchten Leitungswasserschäden auf Heizungsinstallationen, 63 % dagegen auf Trinkwasserinstallationen.

BeobachtungWahrscheinliche UrsachePrüfschritt
Druck fällt einmalig nach dem Befüllen, dann stabilRestluft entweicht über die EntlüfterHeizkörper entlüften, Druck nachstellen, beobachten
Druck schwankt stark zwischen kalt und warmAusdehnungsgefäß ohne Gaspolster oder falscher VordruckVordruck bei druckloser Anlage prüfen lassen
Druck fällt langsam über Wochen, Anlage äußerlich dichtKleine Leckage, oft im FußbodenaufbauNachspeisemenge protokollieren, Druckprobe, Ortung
Wasser tritt am Sicherheitsventil ausÜberdruck durch defektes Ausdehnungsgefäß oder NachspeiseventilAnlagendruck messen, Nachspeisearmatur prüfen
Heizkreis wird nicht warm, Geräusche im BodenLuft im Kreis oder Leckage mit WasserverlustHydraulik prüfen, Kreise einzeln absperren
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Welcher Druck ist bei einer Heizung normal?

In Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Anlagendruck einer geschlossenen Warmwasser-Heizungsanlage im kalten Zustand üblicherweise bei 1,5 bis 2,0 bar, wobei der Sollwert von der Gebäudehöhe abhängt und das Sicherheitsventil meist auf 2,5 oder 3,0 bar anspricht.

Die Höhe der Anlage geht direkt in den Solldruck ein: 1 bar entspricht rund 10 m Wassersäule, je Meter Anlagenhöhe also etwa 0,1 bar.

Eine Anlage über drei Geschosse braucht deshalb einen höheren Fülldruck als eine Anlage in einem Bungalow.

Die Planungsgrundlagen für geschlossene Warmwasser-Heizungsanlagen einschließlich der Sicherheitseinrichtungen und der Auslegung von Membranausdehnungsgefäßen regelt DIN EN 12828 für Anlagen bis 105 °C maximale Betriebstemperatur.

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Wie erkenne ich ein defektes Ausdehnungsgefäß?

Ein defektes Ausdehnungsgefäß zeigt sich daran, dass der Druck beim Aufheizen stark ansteigt und beim Abkühlen ebenso stark abfällt, weil das Gaspolster hinter der Membran fehlt und das ausgedehnte Wasser nicht mehr aufgenommen wird.

Heizungswasser dehnt sich beim Erwärmen von 10 °C auf 70 °C um gut 2 % seines Volumens aus. Dieses Volumen muss das Gefäß aufnehmen, sonst spricht das Sicherheitsventil an und die Anlage verliert bei jeder Aufheizung Wasser.

Genau daraus entsteht der scheinbar unerklärliche Dauerverlust: Das Wasser geht nicht in die Wand, sondern über das Sicherheitsventil in den Ablauf.

Die Prüfung des Vordrucks gehört in Fachhand, weil das Gefäß dafür wasserseitig entlastet werden muss.

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Wann spricht der Druckverlust für eine Leckage im Bauteil?

Für eine Leckage im Bauteil spricht ein Druckverlust, der über Wochen gleichmäßig verläuft, unabhängig von der Heiztemperatur auftritt, sich nicht durch Entlüften erklären lässt und ein Nachspeisen häufiger als einmal jährlich erforderlich macht.

Der stärkste Hinweis ist die Nachspeisemenge. Wer mehr als einmal im Jahr nachfüllen muss, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Undichtigkeit.

Häufiges Nachspeisen ist zudem selbst schädlich: Mit jedem Liter Frischwasser gelangen Sauerstoff und Härtebildner in den Kreis, was Korrosion und Verschlammung fördert.

Wir orten Heizungsleckagen im Regelfall über eine Druckprobe mit anschließender Prüfgas- oder Thermografiemessung, weil sich warme Leitungen im Fußbodenaufbau gut abbilden lassen.

  • Datum und Uhrzeit jeder Nachspeisung notieren.
  • Anlagendruck vor und nach dem Nachfüllen ablesen.
  • Nachgespeiste Menge schätzen oder über einen Zwischenzähler erfassen.
  • Vorlauftemperatur zum Zeitpunkt der Ablesung festhalten.
  • Protokoll über mindestens 4 Wochen führen, bevor eine Ortung beauftragt wird.
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Wo sitzen Heizungsleckagen typischerweise?

Heizungsleckagen sitzen typischerweise an Verbindungen und Übergängen: an Pressfittings im Estrich, an Heizkörperanschlüssen, an Verteilern im Schacht sowie an Fußbodenheizungsrohren, die bei Bohrungen oder Befestigungsarbeiten beschädigt wurden.

Die IFS-Statistik stützt dieses Muster über alle Installationsarten hinweg: 28 % der Schäden entstehen an Verbindungen und Dichtungen, nur 18 % sind Rohrbrüche im engeren Sinn.

Beschädigungen durch Bohrungen sind besonders tückisch, weil sie oft erst Wochen später als messbarer Druckverlust auffallen.

Ein Anhaltspunkt für die Suche ist deshalb immer die Frage, ob in den vergangenen Monaten am Boden oder an den Wänden gearbeitet wurde.

Häufige Fragen

Wie oft darf ich Heizungswasser nachfüllen?
Ein einmaliges Nachfüllen pro Heizperiode ist unauffällig. Mehrfaches Nachspeisen im Jahr ist ein Prüfanlass — technisch und wegen der Korrosionsgefahr durch Frischwasser.
Kann eine Heizungsleckage einen Wasserschaden verursachen?
Ja. Weil Heizungsrohre häufig im Fußbodenaufbau liegen, verteilt sich austretendes Wasser in der Dämmschicht und bleibt lange unsichtbar.
Ist ein Druckabfall im Sommer normal?
Ein leichter Rückgang bei kalter Anlage ist erwartbar, weil sich das Wasser zusammenzieht. Ein Abfall unter den Solldruck ist es nicht.

Quellen

  1. [1]Ursachenstatistik Leitungswasserschäden 2024Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. (IFS)
  2. [2]DIN EN 12828:2014-07 Heizungsanlagen in Gebäuden — Planung von Warmwasser-HeizungsanlagenDIN Media GmbH
  3. [3]Prävention gegen LeitungswasserschädenInstitut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. (IFS)

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