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Leckageschutz im Privathaushalt: Verfahren, Grenzen, Auswahl
Nach den Grundprinzipien des Instituts für Schadenverhütung muss ein Leckageschutz einen Schaden schnell erkennen, die Installation unmittelbar danach automatisch absperren und eine Alarmmeldung zuverlässig an eine verantwortliche Person übermitteln.
Was muss ein Leckageschutzsystem leisten?
Diese drei Anforderungen ergeben sich aus der Schadenmechanik. Die Höhe eines Leitungswasserschadens hängt von der ausgetretenen Wassermenge und von der Einwirkungszeit ab.
Ein Leckageschutz verhindert deshalb keine Leckage. Er verhindert, dass aus einer kleinen Leckage ein Großschaden wird, weil sie tagelang unbemerkt bleibt.
Das Institut empfiehlt solche Einrichtungen ausdrücklich für Installationen, die ihre Grenznutzungsdauer von 30 bis 50 Jahren erreicht haben, weil die Schadenzahl danach rapide ansteigt.
Welche Erkennungsverfahren gibt es?
Leckagen werden über die Wassermengenmessung, über Feuchtemelder an ausgewählten Stellen oder über eine Druckmessung in der Installation erkannt, wobei jedes Verfahren eine andere Schadengröße zuverlässig erfasst.
Die Wassermengenmessung arbeitet mit einer kleinen Turbine, die Volumen, Entnahmezeit und Durchfluss an eine Steuereinheit meldet. Für ein Einfamilienhaus nennt das Institut für Schadenverhütung als Beispielwerte ein Volumen von 150 Litern, eine Entnahmezeit von 30 Minuten und einen Durchfluss von 2.000 Litern je Stunde.
Wird einer dieser Grenzwerte überschritten, sperrt das System ab. Der Nachteil liegt auf der Hand: Bis zur Alarmierung tritt die eingestellte Maximalmenge tatsächlich aus.
Die Druckmessung erkennt dagegen Mikroleckagen, weil der Druck bei geschlossenen Entnahmestellen konstant bleiben müsste. Ihre Empfindlichkeit ist zugleich ihre Schwäche, denn ein nicht ganz geschlossener Hahn wird ebenfalls als Leckage gewertet.
| Verfahren | Erkennt zuverlässig | Bekannte Schwäche |
|---|---|---|
| Wassermengenmessung | Große Austrittsmengen und Dauerentnahme oberhalb der Grenzwerte | Bis zur Abschaltung tritt die eingestellte Menge aus; Fehlalarm bei ungewöhnlicher Entnahme |
| Feuchtemelder am Boden | Austretendes Wasser an der überwachten Stelle, auch geringe Mengen | Schützt nur dort, wo ein Melder liegt; Funkmelder brauchen Batteriewechsel |
| Druckmessung | Mikroleckagen ohne sichtbaren Wasseraustritt | Anfällig für Fehlalarme durch undichte Spülkästen und nicht geschlossene Armaturen |
| Grundsätzlich geschlossene Zuleitung | Jede Entnahme außerhalb der Nutzung | Erfordert Bewegungsmelder oder eine Freigabe an den Entnahmestellen |
| Kombination mehrerer Sensoren | Großschäden und schleichende Verluste zugleich | Höherer Installationsaufwand und mehr Einstellparameter |
Wie wird abgesperrt und alarmiert?
Zur Absperrung kommen motorbetriebene Kugelhähne oder Magnetventile zum Einsatz, die über ein elektrisches Signal schließen; die Alarmierung erfolgt akustisch und optisch an der Steuereinheit und bei internetfähigen Geräten zusätzlich an einen definierten Personenkreis.
Die Unterscheidung ist praktisch relevant. Ist niemand im Gebäude, erreicht ein akustischer Alarm seinen Adressaten nicht, und genau die Abwesenheit ist der Fall, für den der Schutz gedacht war.
Das Institut für Schadenverhütung bezeichnet die Meldung an einen definierten Personenkreis deshalb als neue, höhere Sicherheitsstufe. Alternativ lassen sich die Detektoren in eine vorhandene Gebäudeleittechnik einbinden.
Woran erkennen Sie ein geprüftes System?
Ein geprüftes Leckageschutzsystem ist ein einsatzfähiges Komplettsystem aus Sensorik und automatischer Absperrvorrichtung und kann eine DVGW-Zertifizierung nach der Prüfvorschrift VP 638 tragen.
Das Zertifikat sagt etwas über Beschaffenheit und Funktion aus, nicht über die Eignung für Ihr Gebäude. Diese Entscheidung bleibt eine Frage von Installationsart, Nutzung und Abwesenheitszeiten.
Auf der Normseite behandelt DIN 1988-200 den Leckageschutz in der Trinkwasser-Installation und benennt Einbauorte für die Detektion. Üblicherweise sitzen Filter und Leckageschutz gemeinsam hinter der Wasserzähleranlage.
Für welches Gebäude lohnt sich welches Konzept?
Die Auswahl richtet sich nach Abwesenheitszeiten, Alter der Installation und Wert der gefährdeten Flächen — je länger niemand im Gebäude ist und je älter die Leitungen sind, desto stärker wiegt eine automatische Absperrung.
In einer dauerhaft bewohnten Wohnung fällt eine Leckage meist schnell auf. Dort bringen einzelne Feuchtemelder an den kritischen Punkten oft mehr als eine zentrale Abschaltung.
Anders liegt der Fall im Einfamilienhaus mit ausgebautem Keller, in der Zweitwohnung oder bei häufigen Reisen. Dort entscheidet die Einwirkungszeit über den Schaden, und die zentrale Absperrung ist das wirksamere Mittel.
- Dauerhaft bewohnte Wohnung: Feuchtemelder unter Spüle, hinter der Waschmaschine und im Bad
- Einfamilienhaus mit ausgebautem Untergeschoss: zentrale Absperrung mit Wassermengenmessung
- Installation älter als 30 Jahre: Absperrung plus Druckmessung zur Erkennung von Mikroleckagen
- Zweitwohnung oder häufige Abwesenheit: internetfähige Alarmierung an einen definierten Personenkreis
- Vermietete Wohnung: zentrale Absperrung, Meldung an eine im Objekt erreichbare Person
- Geplante Bad- oder Küchensanierung: Leckageschutz mitplanen, solange die Leitungen offen liegen
Häufige Fragen
- Ersetzt ein Leckageschutz das Absperren vor dem Urlaub?
- Nein. Der geschlossene Hauptabsperrhahn begrenzt die Menge auf den Leitungsinhalt, ein Leckageschutz erst auf den eingestellten Grenzwert. Beides zusammen ist die sicherste Variante.
- Wie viel Wasser tritt bis zur automatischen Abschaltung aus?
- So viel, wie als Grenzwert eingestellt ist. Als Beispielwerte für ein Einfamilienhaus nennt das Institut für Schadenverhütung 150 Liter Volumen, 30 Minuten Entnahmezeit und 2.000 Liter je Stunde Durchfluss.
- Löst ein Leckageschutz Fehlalarme aus?
- Das kommt vor, vor allem bei der Druckmessung und bei ungewöhnlich großen Entnahmen wie dem Befüllen eines Pools. Die Grenzwerte lassen sich an die tatsächliche Nutzung anpassen.
- Schützt ein Leckageschutz auch die Heizung?
- Ein Gerät in der Trinkwasserleitung schützt nur diese. Für Heizkreise und Abwasserleitungen sind eigene Melder erforderlich, weil dort kein Trinkwasserdurchfluss gemessen wird.
Quellen
- [1]Marktübersicht: Leckageschutz für LeitungswasserinstallationenInstitut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS)
- [2]DIN 1988-200: Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, Teil 200, Ausgabe 2012-05DIN Media, Deutsches Institut für Normung
- [3]Prävention gegen Leitungswasserschäden — Planung, Installation, BetriebInstitut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS)