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ProLeakLeckageortung & Bautrocknung

Dichtheit selbst prüfen: die Sperrprobe am Wasserzähler richtig durchführen

Eine Selbstprüfung am Wasserzähler zeigt, ob aus der druckführenden Trinkwasserinstallation Wasser abfließt, während keine Entnahmestelle geöffnet ist — sie beantwortet damit die Frage nach dem Ob, nicht die nach dem Wo.

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Was kann eine Selbstprüfung am Zähler überhaupt zeigen?

Der Zähler ist das einzige Messgerät, das jeder Haushalt bereits besitzt. Er registriert jede Entnahme hinter der Hausanschlussarmatur, unabhängig davon, ob sie beabsichtigt ist.

Was ein laufender Zähler inhaltlich bedeutet und welche Ursachen dahinterstehen können, behandelt ein eigener Ratgeberbeitrag. Hier geht es ausschließlich darum, die Messung so durchzuführen, dass ihr Ergebnis belastbar ist.

Der häufigste Fehler ist nicht die Ablesung, sondern die Vorbereitung. Eine Sperrprobe mit noch aktiven Verbrauchern misst den Haushalt und nicht die Leckage.

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Wie führen Sie die Sperrprobe korrekt durch?

Für eine belastbare Sperrprobe schließen Sie alle Entnahmestellen und wasserführenden Geräte, notieren den Zählerstand mit Uhrzeit, entnehmen mindestens 2 Stunden lang kein Wasser und lesen anschließend erneut ab.

Verlässlicher ist die Messung über Nacht. Ein Zeitraum von 8 Stunden ohne Entnahme macht selbst kleine Verluste sichtbar, die in zwei Stunden im Ablesefehler untergehen.

Wichtig ist die vollständige Ablesung. Notieren Sie nicht nur die Kubikmeterzahl, sondern auch die Nachkommastellen der Feinanzeige — dort steht die Information, um die es geht.

  • Schritt 1: Alle Wasserhähne, Duschen und Außenzapfstellen schließen
  • Schritt 2: Waschmaschine, Spülmaschine, Eiswürfelbereiter und Bewässerungsautomatik ausschalten oder absperren
  • Schritt 3: Enthärtungsanlage und Rückspülfilter für die Dauer der Messung von der Automatik nehmen
  • Schritt 4: Zählerstand mit allen Nachkommastellen und der Uhrzeit notieren, am besten mit einem Foto
  • Schritt 5: Sternrad oder Feinzeiger mehrere Minuten beobachten — jede Bewegung ohne Entnahme ist ein Befund
  • Schritt 6: Mindestens 2 Stunden, besser eine ganze Nacht ohne Entnahme verstreichen lassen
  • Schritt 7: Erneut ablesen und die Differenz zusammen mit der Dauer notieren
  • Schritt 8: Bei nachgewiesenem Verlust den Hauptabsperrhahn schließen und die Messung wiederholen, um Hausanschluss und Installation zu trennen
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Welche Verbraucher verfälschen das Ergebnis?

Das Ergebnis verfälschen alle Verbraucher, die selbsttätig Wasser ziehen — Spülkästen mit schleichendem Nachlauf, Enthärtungsanlagen im Regenerationszyklus, Rückspülfilter mit Automatik, Eiswürfelbereiter und automatische Gartenbewässerung.

Ein undichter Spülkasten ist der klassische Fall. Er verbraucht rund um die Uhr, ist aber kein Leitungsschaden, sondern eine defekte Dichtung im Ablaufventil.

Prüfen lässt sich das mit einem einfachen Handgriff: Trocknen Sie das Innere der Keramik oberhalb des Wasserstands und beobachten Sie, ob eine feuchte Spur entsteht.

Auch der Warmwasserkreis gehört bedacht. Eine Zirkulationspumpe verbraucht kein Wasser, ein undichtes Sicherheitsventil am Speicher dagegen sehr wohl.

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Wie ordnen Sie kleine Verbrauchsmengen ein?

Kleine Mengen sind nicht harmlos: Die Verbraucherzentrale beziffert allein einen tropfenden Wasserhahn mit rund 10 Litern innerhalb von 24 Stunden, was über ein Jahr mehr als 1.000 Liter ergibt.

Zum Vergleich nennt dieselbe Quelle einen durchschnittlichen Verbrauch von 121 Litern pro Person und Tag. Eine kleine Dauerleckage verschwindet in dieser Größenordnung unbemerkt in der Jahresabrechnung.

Für die Beurteilung zählt deshalb weniger die absolute Menge als die Frage, ob überhaupt etwas fließt. Ein Zähler, der sich ohne Entnahme bewegt, ist unabhängig von der Menge ein Befund.

Beobachtung während der SperrprobeWahrscheinliche Richtung
Feinzeiger steht vollständig stillKein Verlust in der druckführenden Installation nachweisbar
Feinzeiger dreht gleichmäßig weiterDauerhafter Abfluss aus druckführender Leitung oder Armatur
Feinzeiger bewegt sich ruckartig in IntervallenSelbsttätiger Verbraucher, etwa Spülkasten oder Enthärtungsanlage
Zähler steht, Feuchteschaden bleibt bestehenDrucklose Leitung, Abdichtung oder Kondensat
Zähler läuft auch bei geschlossenem HauptventilUndichtigkeit vor der Absperrung, Versorger einbeziehen
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Wo endet die Selbstprüfung?

Die Selbstprüfung endet dort, wo der Zähler physikalisch nichts mehr anzeigen kann — bei drucklosen Abwasserleitungen, bei geschlossenen Heizkreisen mit eigenem Füllsystem und bei Feuchte, die nicht aus der Trinkwasserinstallation stammt.

Ein Heizungsleck taucht am Wasserzähler nur auf, wenn nachgespeist wird. Wer den Druckverlust am Manometer beobachtet, ist dort näher an der Wahrheit als am Zähler.

Ein weiterer Punkt betrifft das Gerät selbst. Nach Anlage 7 der Mess- und Eichverordnung beträgt die Eichfrist für Wasserzähler 6 Jahre; ein überfälliger Zähler misst nicht zwangsläufig falsch, seine Anzeige gilt aber nicht mehr als geeicht.

Bleibt der Befund unklar oder ist die Stelle gesucht und nicht nur die Tatsache, folgt die messtechnische Ortung mit Druckprüfung, Schall, Thermografie oder Tracergas.

Häufige Fragen

Wie lange muss ich das Wasser für die Prüfung abstellen?
Mindestens 2 Stunden ohne jede Entnahme, für kleine Verluste besser eine ganze Nacht mit rund 8 Stunden. Je länger der Zeitraum, desto sicherer die Aussage.
Was bedeutet das kleine Sternrad auf dem Zähler?
Es ist die empfindlichste Anzeige des Zählers und reagiert bereits auf sehr geringe Durchflüsse. Dreht es sich bei geschlossenen Entnahmestellen, fließt Wasser ab.
Kann ich mit dem Zähler auch ein Heizungsleck finden?
Nur indirekt. Ein geschlossener Heizkreis zieht Wasser lediglich beim Nachspeisen; aussagekräftiger ist der Druckverlauf am Manometer der Heizungsanlage.
Der Zähler läuft, aber nichts ist feucht — was nun?
Das ist typisch für Leckagen in Estrich, Dämmschicht oder erdverlegten Leitungen, deren Wasser abgeführt wird, bevor es sichtbar wird. Der nächste Schritt ist die abschnittsweise Absperrung mit Druckprüfung.

Quellen

  1. [1]Mess- und Eichverordnung, Anlage 7: Besondere Eichfristen für einzelne MessgeräteBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  2. [2]Trinkwasser sparen und sauber halten: So geht esVerbraucherzentrale
  3. [3]Prävention gegen Leitungswasserschäden — Planung, Installation, BetriebInstitut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS)

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